Die Arzt-Auskunft ist unser Ärzte-Suchportal, das wir seit über zehn Jahren seriös und werbefrei betreiben. Und das ist in Stadt und Land bekannt: Dutzende führende, seriöse Internet-Portale haben dieses fein differenzierte Verzeichnis in ehrlicher Absprache integriert, dutzende Krankenversicherer haben mit uns besondere Schnittstellen, besonderen Zugang zur Arzt-Auskunft Professional vereinbart, und weisen ihren Versicherten damit den Weg. Ja, millionenfach werden in Deutschland die Patienten geleitet – und in den allermeisten Fällen wissen sie nicht, dass die Informationsgrundlage die Arzt-Auskunft ist.

Nun ist es alle Jahre wieder dasselbe Spiel: Da tauchen plötzlich sogenannte Ärzte-Suchportale oder Branchenverzeichnisse auf und schreiben Ärzte an unter dem Vorwand, dass sie dort ihre Adressdaten aktualisieren können. Fies versteckt im Kleingedruckten findet sich dann der Hinweis, dass das Angebot nicht umsonst ist, sondern eine hohe monatliche Gebühr kostet – mit jahrelanger Vertragslaufzeit, versteht sich. Oft genug liegt der Firmensitz der Portalbetreiber gar nicht in Deutschland. (Das kann man erahnen, wenn die Domain nicht auf „.de“ endet, und man erkennt es am Impressum auf der Homepage.) Damit versuchen sich die Unternehmen der deutschen Gerichtsbarkeit zu entziehen. Denn ein Niedergelassener aus Deutschland, der auf solche Weise um 1.000 Euro betrogen wurde, klagt vielleicht vor einem deutschen Gericht, nicht unbedingt aber auch in weit entfernten Ländern, beispielsweise auf den Seychellen. Das ist vielen den Aufwand nicht wert.

Ehrlich gesagt, ich habe es satt, dass immer wieder Ärzte und andere Heilberufler durch solche lästigen und bösartigen Eintragsofferten genervt und sogar geschädigt werden. Und obendrein wird immer wieder der Ruf von seriösen Portalen beschädigt.

Wir halten die Arzt-Auskunft mit einem enormen Aufwand aktuell. Die Ärzte, die neben den umfassenden und differenzierten Angaben zur Praxis zusätzlich anhand ihrer besonderen Fortbildungen und Subspezialisierungen verzeichnet sein wollen, berechnen wir daher eine Umlage von 6,20 Euro pro Monat und Schwerpunkt.  – Dies aber ganz deutlich benannt und von all den kostenlosen Komponenten abgegrenzt. In unserem Anmeldeformular ist selbstverständlich klar und deutlich ersichtlich, welche Teiles des Eintrags kostenfrei sind und welche nicht. Denn wir wollen natürlich auch die Rückmeldungen der Ärzte, die den kostenfreie Grundeintrag angeben möchten mit allen Kontakt-Informationen, Öffnungszeiten, ihrem QM-System, dem Grad der Barrierefreiheit der Praxis und zu vermutlichen oder garantierten Wartezeiten. Und genau daher machen mich die Trittbrettfahrer so wütend: Wenn ich mir vorstelle, ein Arzt wirft unsere Adressabfrage in den Papierkorb, weil er die Arzt-Auskunft mit irgendeiner der unseriösen Ärzte-Auskünfte verwechselt…

Und wenn die Eintragsofferten-Betrüger es mal wieder zu toll treiben, dann müssen wir auch schon mal zubeißen. In Zusammenarbeit mit dem Verein der Medizinrechtsanwälte hat die Stiftung Gesundheit erfolgreich zum Beispiel gegen die Stebo Expert GmbH geklagt und für rund 500 Ärzte den Rückzahlungsanspruch für unseriöse Rechnungen durchgesetzt bzw. Befreiung von der unberechtigten Geldforderung durchgesetzt. Und wenn irgendein Unternehmen meint, Ärzten mit dubiosen Tricks das Geld aus der Kitteltasche ziehen zu wollen, und dabei noch die Arzt-Auskunft beschmutzt, dann werden wir wieder beißen. Versprochen.

Ärzte, die die Seriosität eines Portals prüfen wollen, können dies anhand folgender Checkliste tun:

  • Ist das Verzeichnis tatsächlich verfügbar? Hat es ausreichend Inhalte?
  • Wie weit ist das Verzeichnis verbreitet? Hat es seriöse Partner?
  • Datenschutz: Sind die Adressdaten der Ärzte im Netz gegen automatisiertes Abgreifen von Spammern geschützt?
  • Wirbt der Verzeichnisbetreiber womöglich sogar eine Seite weiter mit dem Verkauf der Adresse (Adress-Broking)?
  • Spricht das Verzeichnis die gewünschte Patientenschaft an oder ist es vorwiegend bei Boulevardmedien verlinkt?
  • Führt das Angebot womöglich in wenigen Klicks zu zweifelhaften Angeboten wie z. B. Auktionen von Billig-Zahnersatz?
  • Sind für Patienten dienliche Informationen enthalten (Therapieschwerpunkte, Telefon, Fax, E-Mail, Sprechzeiten, Anfahrt)?
  • Sind kostenlose und kostenpflichtige Bestandteile klar gekennzeichnet?
  • Bei kostenpflichtigem Angebot: Ist das Preis-Leistungs-Verhältnis plausibel?
  • Wie lang ist die Vertragsbindung bzw. Kündigungsfrist?


Dr. Peter MüllerDieser Artikel wurde verfasst von Dr. Peter Müller
Dr. Peter Müller ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Gesundheit. Als Medizinjournalist mit mehr als 25 Jahren Berufserfahrung kennt er die Untiefen des Gesundheitswesens genau und fühlt sich den Zielen der Stiftung Gesundheit umso mehr verpflichtet: Mit allgemein verständlichen Informationen den Zugang zu guter medizinischer Versorgung zu verbessern.
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Kommentare

Für diesen Beitrag gibt es Kommentare.

  1. Kommentar von Betroffener am 17. November 2010

    Hätte ich mal eine Auskunft über den behandelnden Arzt eingeholt bevor er die OP durchgeführt hat. Jetzt ist es zu spät und unser Leben hat sich nachhaltig verändert.

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