Grausen und Zorn spüre ich noch heute ganz lebhaft, wenn ich mich daran erinnere, welches Ausmaß an Akten, Formularen, Telefonaten es mich über viele Monate hinweg gekostet hat, die WC-Tür für den Rollifahrer in unserem Team verbreitern zu lassen. Und am Ende haben wir es einfach selbst gemacht, an einem Samstag. Ohne Formulare, mit Hammer und Säge.
Wer trägt eigentlich die Kosten, eine Arztpraxis barrierefrei zu gestalten? Was muss der Vermieter erbringen? Wo gibt’s welche Zuschüsse? Wer will, wer soll mitreden und genehmigen? Wer kann helfen, wo gibt’s das erforderliche Know-how rund um die involvierten Normen und Vorschriften?
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Überraschungen kann man nicht voraussehen, das haben sie eben so an sich. Und wenn wir den Medizinklimaindex (MKI) abfragen, sind wir mittlerweile auf einiges vorbereitet. Wir befragen die niedergelassenen Ärzte, Zahnärzte und Psychologischen Psychotherapeuten nach ihrer Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage und den Erwartungen für die kommenden sechs Monate – analog zum IFO-Geschäftsklimaindex.
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Anwälte leben davon, dass andere sich streiten. Und das Gesundheitswesen mit all seinen Verzweigungen muss sich nicht hinter anderen Branchen verstecken mit dem, was es der Anwaltschaft zu bieten hat.
Aber haben Sie schon mal erlebt, dass es bei einer gemeinsamen Tagung von Juristen, Ärzten, Richtern und Funktionsträgern dieser Branche geradezu, na, ich sage mal, kombattant wird?
Doch, doch: Da referierte zum Beispiel der Geschäftsführer eines Dienstleistungsunternehmens in diesem Markt. Da hielt es in der vorletzten Reihe einen Anwalt nicht mehr auf dem Stuhl. Er sprang auf und rief aus vollem Halse: “Wenn Sie das so machen, dann verklage ich Sie!”
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Herr, da war die Not wohl wieder groß: nachrichtenarme Zeit, Sommerloch, der arme Redakteur verdonnert, wörtlich: “Irgend eine Geschichte zu machen. Irgendwas mit Ärzten.” Und, jawoll, Ärzte machen Fehler. Wenn diese beiden Dinge nun zufällig zusammentreffen, wird es gefährlich, denn die sinntragenden Bestandteile “Arzt” und “Fehler” lösen leicht spezifische Schlüsselreize aus.
Und so stand es dann auch geschrieben: Behandlungsfehler bei jedem Dritten Praxis-Arzt: eine Studie fordert mehr Qualitätsmanagement.
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Aus meiner Tätigkeit als Journalist weiß ich noch um die Bredouille, wenn kurz vor Schluss doch noch ein Artikel ausgetauscht wird und für den aktuellen Bericht noch schnell ein Experte für ein Statement ´ran muss. Natürlich baut sich jeder Journalist in seiner Laufbahn ein Netz an Kontakten auf. Aber nicht immer ist in dieser Liste ein Zahnarzt verzeichnet, dessen Therapieschwerpunkt beispielsweise „Gebiss-Schutz für Sportler” lautet.
Zudem erreichten uns bei der Stiftung Gesundheit kontinuierlich Anfragen von Medienleuten, ob wir auf Basis unseres Arztverzeichnisses, der Arzt-Auskunft, einen medizinischen Experten kennten, der für ein Interview zur Verfügung stünde. Der eine fragte nach einem Herzchirurgen, der nächste nach einem Nuklearmediziner oder auch gar nicht so speziell nach einem Zahnarzt jedoch aus seiner Region. So entstand das Expertenverzeichnis.
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Von der neuen Studie “Qualitätsmanagement in den ärztlichen Praxis” habe ich ja an dieser Stelle schon geschrieben. Die Medien, insbesondere die Publikumspresse, interessierten sich verständlicherweise insbesondere für das Thema Arzt-Fehler resp. Fehlerkultur unter Ärzten.
Das ist aber beileibe nicht der einzige interessante Aspekt: Über die Jahre konnten wir in der Fortsetzungsstudie beobachten, wie sich die Implementierung des Qualitätsmanagements vollzog. Einer der aufregendsten Aspekte davon war der Wettbewerb der verschiedenen Zertifizierungssysteme.
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Kleine Jungs haben irgendwann noch vor der Pubertät eine Phase, in der sie von großen Zahlen begeistert sind. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich nun auch bei Startup-Portalen und sogar bei einzelnen ganz alten Hasen. Junge Portale wie auch die steinalten Adresshändler brüsten und übertrumpfen sich, wer mehr Arztadressen hat als der andere.
Dabei steht die Zahl der hierzulande praktizierenden Ärzte ziemlich fest. Niedergelassene Humanmediziner gibt es etwa 127.000, Zahnärzte und Kieferorthopäden bringens gemeinsam so auf 54.000 und die Psychologischen Psychotherapeuten nebst den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind zusammen rund 22.000 an der Zahl. Natürlich gibt es noch mehr Doktores im Land. Als Angestellte in Krankenhäusern, im Erziehungsurlaub, in Rente, tätig in der Industrie oder anderen Konstellationen.
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Die Auswertung von Studien kann schon spannend sein. Manchmal können dabei selbst erfahrene Hasen noch überrascht werden. Die Erhebung “Qualitätsmanagement in der ärztlichen Praxis” haben wir nach 2007 und 2008 nun zum dritten Mal durchgeführt. Sie wird von Jahr zu Jahr aufregender.
Einen Schwerpunkt setzten wir in diesem Jahr auf einen wesentlichen Ausläufer von QM: das Thema Patientensicherheit, Critical Incidents, Ablauf- und Behandlungsfehler. Von 985 Ärzten, Zahnärzte und Psychotherapeuten haben wir valide Fragebögen zurückbekommen.
Und nun dies: Weit mehr als 90 Prozent der Responder haben diese Fragen zu Critical Incidents, zu Fehlern und Fehlern mit Patientenschaden beantwortet. Freiwillig. Wobei keine der Fragen und Antworten obligatorisch war, sondern leicht hätte überblättert werden können. Die Auswertung ist noch nicht fertig, doch schon die Auskunftsbereitschaft der Ärzte überrascht bei einem Thema, das noch vor wenigen Jahren tabu war.
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Die Neufassung des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) hat offenbar bei vielen Ärzten für Unsicherheit gesorgt. Viele Fragen erreichen uns, was denn nun noch erlaubt sei. Darf ich Patienten noch per Brief auf Vorsorgetermine oder einen “Tag der offenen Tür” hinweisen? Und wie ist es, wenn ich per Telefon oder E-Mail Kontakt aufnehmen will? Darf ich Patienten noch seine Laborergebnisse faxen, oder ist das auch schon verboten?
Wir haben nachgefragt: Ärzten ist es nach Auskunft der Anwälte auch nach dem neuen UWG weiterhin gestattet, ihre Patienten per Post zum Beispiel auf Angebote und Aktionen der Praxis hinzuweisen. Es handelt sich dabei zwar um Werbung, die Zustellung von Briefen ist von der Verschärfung der Rechtslage jedoch nicht betroffen.
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Karl Valentin hat gesagt, “Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit!”. Nun ist es nicht wirklich Kunst, wenn unsere Jury einmal im Jahr den Preisträger unseres “Publizistik-Preises” ermittelt, aber Arbeit, das bereitet das Verfahren dann doch: Jedes Jahr erreichen uns klar über hundert Arbeiten, die sich um die Auszeichnung bewerben.
Und da machen sich die Autoren, oder deren Redakteure, Chefredakteure bzw. die zuständige Abteilung der ganz großen Sender schon richtig Arbeit; sie füllen unsere gestrengen Formulare aus, bis zum letzten Jota.
In erster Schicht teilen sich die Juroren dann die Werke nach Genre auf, arbeiten Stapel von Büchern, Zeitschriftenartikeln, Hörfunk- und TV-CDs durch, klicken durch Online-Angebote, tragen akribisch ihre Häckchen in die Schemata ein, die bei den zutiefst unterchiedlichen Werken einen Vergleich, eine Bemessung möglich machen sollen.
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