Schlimm genug, wenn man von Krankheit geplagt ist. Wenn Knochen schmerzen, Allergien Sorgen machen oder Migräne quält. Kaum jemand tut es mit Freude, doch wer betroffen ist, sucht Informationen: Hintergründe über die Ursachen seiner Erkrankung, Therapiemöglichkeiten und Heilungschancen.
Doch umso schlimmer, wenn zu dem ohnehin vorhandenen Leidensdruck nun noch ein neuer hinzukommt: Das “Nur-Bahnhof-Verstehen”-Syndrom. Ein bedrückender Schmerz, entstanden dadurch, dass angeblich an Patienten gerichtete Publikationen mit Fachbegriffen um sich werfen, Zusammenhänge nicht zufriedenstellend erklären und mehr Fragen aufwerfen als sie klären. Gerade das, was Erkrankte am allerwenigsten gebrauchen können.
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Niemand mag es, öffentlich kritisiert zu werden. Und Mediziner mögen es natürlich nicht, im Internet von Patienten benotet zu werden. Es wird viel über die Frage gestritten, wer denn eigentlich mit welcher Sachkenntnis wen beurteilen kann und darf. Aber eigentlich könnten Ärzte die Sache viel pragmatischer sehen.
Generell ist die öffentliche Bewertung schon Alltag geworden: Bei unzähligen Dienstleistungen und Produkten kann das Internet unschlüssigen Kunden weiterhelfen. Die Lektüre von Nutzerbewertungen gehört inzwischen zu größeren Anschaffungen dazu. Auch Ärzte haben sicher schon z. B. beim Kauf eines Flachbildfernsehers das große Kundenorakel befragt, ohne sich dabei weiter über die technische Sachkenntnis der Bewerter Gedanken zu machen.
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Wissen Sie, was der Patientforsikringsforening ist? Auf dem zehnten Deutschen Medizinrechtstag in Frankfurt am Main erhielten die Zuhörer vom Referenten Klaus Fischer einen Dänisch-Crashkurs. Der Rechtsanwalt aus Flensburg gab einen Überblick über das Verfahren bei Arzthaftungsfällen in dem skandinavischen Land. Zwar erließ er dem Publikum am Ende den angedrohten Vokabeltest, doch konnte er nicht verhindern, dass alle etwas lernten: Der Däne an sich ist konfliktscheu. Die Frage nach der Schuld des Arztes wird in einem Arzthaftungsverfahren nicht thematisiert – statt dessen wird umfassend aus staatlichen Mitteln entschädigt, wenn durch unzureichende Behandlung ein Schaden entstanden ist. Der Patientforsikringsforening (“Patientenversicherungsverein”) tritt als neutraler Mittler auf. Eine Welt ohne Streit…
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