Archiv für Juni, 2009

Kleine Jungs haben irgendwann noch vor der Pubertät eine Phase, in der sie von großen Zahlen begeistert sind. Ein ähnliches Phänomen zeigt sich nun auch bei Startup-Portalen und sogar bei einzelnen ganz alten Hasen. Junge Portale wie auch die steinalten Adresshändler brüsten und übertrumpfen sich, wer mehr Arztadressen hat als der andere.

Dabei steht die Zahl der hierzulande praktizierenden Ärzte ziemlich fest. Niedergelassene Humanmediziner gibt es etwa 127.000, Zahnärzte und Kieferorthopäden bringens gemeinsam so auf 54.000 und die Psychologischen Psychotherapeuten nebst den Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind zusammen rund 22.000 an der Zahl. Natürlich gibt es noch mehr Doktores im Land. Als Angestellte in Krankenhäusern, im Erziehungsurlaub, in Rente, tätig in der Industrie oder anderen Konstellationen.

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Der Betrieb eines Verzeichnisses wie der Arzt-Auskunft stellt einen manchmal vor ungeahnte Probleme. Viele davon sind sprachlicher Natur. Sie offenbaren sich meist erst, wenn irritierte Nutzer nachfragen.

Es gibt zum Beispiel Begriffe, die völlig unterschiedliche Erwartungshaltungen auslösen: “Barrierefrei” gehört offenbar dazu. Denn anders als viele meinen, ist “barrierefrei” nicht automatisch mit “rollstuhlgerecht” gleich zu setzen.

Zunächst einmal bedeutet barrierefrei nur, dass Räumlichkeiten, Medien oder Einrichtungen so angelegt sind, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Einschränkung benutzt werden können.

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Die Auswertung von Studien kann schon spannend sein. Manchmal können dabei selbst erfahrene Hasen noch überrascht werden. Die Erhebung “Qualitätsmanagement in der ärztlichen Praxis” haben wir nach 2007 und 2008 nun zum dritten Mal durchgeführt. Sie wird von Jahr zu Jahr aufregender.

Einen Schwerpunkt setzten wir in diesem Jahr auf einen wesentlichen Ausläufer von QM: das Thema Patientensicherheit, Critical Incidents, Ablauf- und Behandlungsfehler. Von 985 Ärzten, Zahnärzte und Psychotherapeuten haben wir valide Fragebögen zurückbekommen.

Und nun dies: Weit mehr als 90 Prozent der Responder haben diese Fragen zu Critical Incidents, zu Fehlern und Fehlern mit Patientenschaden beantwortet. Freiwillig. Wobei keine der Fragen und Antworten obligatorisch war, sondern leicht hätte überblättert werden können. Die Auswertung ist noch nicht fertig, doch schon die Auskunftsbereitschaft der Ärzte überrascht bei einem Thema, das noch vor wenigen Jahren tabu war.

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