Walter Schmidt erhielt den Publizistik-Preis 2012

Auf dem Jahresempfang der Stiftung Gesundheit am 10. Mai 2012 wurde der Publizistik-Preis 2012 verliehen. Der Journalist und Buchautor Walter Schmidt gewann die Auszeichnung für sein Buch Dicker Hals und kalte Füße. Hier seine Dankesrede:

Verehrtes Publikum, sehr geehrte Preis-Jury!
Auch wer weiß, was in seinem Körper passiert, wenn er eine nicht ganz alltägliche Rede vor unbekannten Menschen hält, ist gegen eine gewisse Aufregung und die dabei ablaufenden Vorgänge in Leib und Seele nicht völlig immun. Ein solcher nervöser Redner hat zum Beispiel einen trockenen Mund (eine auch mir sinnlos erscheinende Reaktion des vegetativen Nervensystems) sowie einen Kloß im Hals, das sogenannte Globussyndrom (von lat. globus für Kugel, Klumpen) – noch schlauer ausgedrückt: einen „Globus pharyngeus“.

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Dr. Peter Müller überreicht den Publizistikpreis 2012 an den Journalisten Walter Schmidt

Glücklicherweise war unser Jahresempfang nicht als Freiluftveranstaltung geplant, denn dann wäre er ins Wasser gefallen. So war es fast ein Vergnügen, den Platzregen auf das Dach unserer Hamburger Zentrale prasseln zu hören. Allemal besser als die Hitze, die im Sommer gelegentlich unter dem hoch gewölbten Dach zu erwarten ist.

Hitzig wurde es aber trotzdem, wenn auch nur im übertragenen Sinne. Anfangs herrschte noch Eintracht: GGMA-Forschungsleiter Professor Konrad Obermann stellte unsere aktuelle Studie zu Qualitätsmanagement, Hygiene und Patientensicherheit bei niedergelassenen Ärzten vor. Uns alle hat überrascht, wie offen die Befragten vor allem zu Hygienemängeln in der Arztpraxis Auskunft gaben. Professor Obermann führte das darauf zurück, dass die Ärzte besonderes Vertrauen zur Stiftung Gesundheit haben. Das hört man gern.

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Hamburger Hauptsitz der Stiftung Gesundheit

Es geht doch einfach nichts über starke Männer! Davon hatten wir heute und gestern zum Glück genug. Denn heute Abend ist es mal wieder so weit: Wie jedes Jahr um diese Zeit sieht unser Büro für einen Tag mal so gar nicht aus wie ein Büro – sondern darf Bühne für unseren mittlerweile schon traditionellen Jahresempfang spielen.

Das hieß für uns seit gestern mittag konkret: schleppen, schleppen, schleppen. Und zwar Computer, Maschinen, Aktenordner, Telefone, diverse Büro-Gegenstände, Notizensammlungen, Bücher, Broschüren (unglaublich, was man alles so ansammelt im Laufe des Jahres!), ja sogar Schreibtische und Regale. All das musste in die Verbannung wandern, um heute Abend mit Stehtischen, Blumendeko und Präsentationswand ein angemessenes Ambiente zum Feiern zu schaffen.

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Hygiene in der Arztpraxis: Neue Studie der Stiftung Gesundheit

Puuh! Das war doch nicht nötig: Da hat mein geschätzter Orthopäde, der schon so viel Schmerz von mir genommen hat, mitten in der Behandlung den Tupfer in den Mülleimer geworfen. Aber musste er wirklich mit der nackten Hand innen in den Deckel hineinfassen? Wo der Kübel doch per Fußhebel aufgeklappt werden kann.

Hygiene im Krankenhaus, das Thema ist seit hundert Jahren bekannt. Und in den vergangenen Jahren hat sich die „Aktion Saubere Hände“ so ihre Meriten verdient, die da an der Bewusstheit zu diesem vitalen Thema arbeitet. Bei hundertausenden Betroffenen und womöglich zehntausenden Todesopfern von im-Krankenhaus-erworbenen Infektionen darf da aber gern weitergeforscht und gearbeitet werden. So weit so gut. Doch wie schaut es im Ambulanten aus?

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Sendung mit der Maus

Leichte Sprache kennen Sie nicht? Wenn Sie sich auch gerne von einer bekannten Fernseh-Maus erklären lassen, wie die Streifen in die Zahnpasta kommen, wird Ihnen die Ausdrucksweise bestimmt bekannt vorkommen. Kurze Sätze, verständliche Begriffe und für schwierige Wörter eine Erklärung – darauf kommt es an. Wortakrobaten und jene, die gerne mit Fachbegriffen und komplizierten Formulierungen beeindrucken möchten, haben hier keine Chance.

Zur Veranschaulichung ein Beispiel von der neuen Internetseite der Stiftung Gesundheit Fördergemeinschaft: „Die Stiftung Gesundheit verdient Geld mit Projekten. Das heißt, sie handelt unternehmerisch. Die Projekte sind für alle Menschen gut. Ein schwieriges Wort dafür ist „Sozial-Unternehmen“.

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Walter Schmidt: Dicker Hals und kalte Füße

„Immer wenn ich diesen Quatsch mit der Psychosomatik höre, dreht sich mir der Magen um…“ – entrüstete sich einmal ein Arzt alter Schule auf einem Medizin-Kongress seinen Kollegen gegenüber.

Eine wunderbar entlarvende Episode, die auch unseren diesjährigen Publizistik-Preis-Gewinner Walter Schmidt so sehr erheiterte, dass er sie als einleitendes Appetithäppchen seines Buches „Dicker Hals und kalte Füße“ serviert. Nach dem Motto „Was Redensarten über Körper und Seele verraten“ entführt Schmidt auf den folgenden rund 200 Seiten auf einen heiteren Streifzug durch die Alltags-Weisheit des Volksmundes. Dies und jenes, was dieser ohne Medizinstudium rein intuitiv „munter drauflos plappert“, fördert er dabei zu Tage und untersucht es akribisch, nicht aber ohne permanentes Augenzwinkern, auf seine medizinischen Hintergründe. Und das macht er so spannend, unterhaltsam, fundiert und lehrreich, dass die Jury das Werk einstimmig zum Gewinner des Publizistik-Preises 2012 erwählt hat.

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Gebärdensprache ist wichtig bei gehörlosen Patienten

… hat er zunächst ein Kommunikationsproblem. Eine befreundete Ärztin erzählte mir neulich, dass „Gott sei Dank“ ein Dolmetscher dabei war, als sie einen gehörlosen Patienten behandelte. Gerade im Gesundheitswesen kommt es oft zu Missverständnissen bei der Kommunikation. Deswegen hat der Deutsche Gehörlosenbund e.V. eine Broschüre mit Tipps zum Umgang mit gehörlosen Patienten veröffentlicht.

Deutsche Gebärdensprache lernen viele gehörlose Menschen von der Pike auf. Sie besitzt eine eigene Grammatik, die sich grundlegend von der gesprochener Sprachen unterscheidet und ist nicht etwa eine Universal-Sprache, wie viele meinen.

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Medizinrecht, Sozialrecht, Arbeitsrecht

Wessen Interessen vertritt ein Vertragsarzt: die der Krankenkassen oder die der Patienten? Jeder Patient erwartet, dass der Arzt vor allem ihm hilft. Der Große Senat des Bundesgerichtshofs (BGH) entscheidet das demnächst womöglich anders. Danach ist der Vertragsarzt Beauftragter der Krankenkassen und eventuell sogar Amtsträger. Das hätte erdrutschartige Folgen.

Nimmt ein Vertragsarzt eine „Zuweiserprämie“ an, verstößt er jetzt schon gegen Berufs-, Vertragsarzt-und Wettbewerbsrecht. Ist der Vertragsarzt nach BGH-Ansicht Beauftragter der Krankenkassen, kann er obendrein wegen Bestechlichkeit bestraft werden.

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Einsatz von Captchas bei der Arztbewertung der Arzt-Auskunft

Ein Dozent von mir zitierte gerne den wohl prägendsten Spruch der Behindertenbewegung: „Man ist nicht behindert, man wird behindert.“ Und er hatte recht. Ob farbliche Kontraste, unbeschriftete Fotos oder nicht untertitelte Videos – gerade das Internet birgt so viele Fallstricke für sehbehinderte und ältere Menschen, die gar nicht sein müssen.

Was bedeutet überhaupt „Barrierefreies Web“? Im Großen und Ganzen heißt es, dass jeder – Menschen mit und ohne Behinderung – eine Internetseite unabhängig von Browser und Hardware und ohne fremde Hilfe betrachten und nutzen kann.

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Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit

Den zweiten Teil des Rückblicks auf 2011 beginnen wir, ja, mit dem Blick auf das Jahr 2007: Das war das Jahr der Arztbewertungsportale. Damals sprossen Websites wie Topmedic, Imedo und Jameda und damals noch ein rundes Dutzend weiterer aus dem Boden. Was hat das mit 2011 zu tun? Nun, im vergangenen Jahr folgten die Krankenkassen und gaben ihren Versicherten die Möglichkeit, einander Ärzte zu empfehlen. Der BKK Bundesverband (BKK BV) ist beispielsweise unserem Empfehlungspool beigetreten. Darin teilen Portale und Krankenversicherer untereinander die Empfehlungen der User. Dazu gehört auch der Verband der Ersatzkassen (vdek) sowie deren Mitgliedskassen (unter anderem die DAK und die KKH-Allianz). Die starteten 2011 mit uns das Portal vdek-Arztlotse.

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