Ein steiniger Weg zur barrierefreien Praxis

Jessica Hinteregger- Männel - Montag, 8. Februar 2010 - Keine Kommentare

Ganz klar, Menschen mit Behinderung haben Anspruch auf Teilhabe. Und jeder sollte seinen Teil dazu beitragen. Die Solidargemeinschaft muss dafür sorgen, dass beispielsweise Kantsteine abgesenkt werden. Und wie schaut es bei den Arztpraxen aus, deren Zugänglichkeit in vielfältiger Weise besonders bedeutsam ist? Ein barrierefreier Umbau kostet schnell mal bis zu 50.000 Euro. Und oft wird der Anbau einer Rampe schlicht nicht genehmigt, weil zum Beispiel die Hausfassade unter Denkmalschutz steht. Viele Hundert solcher Problemfälle haben uns die Ärzte in den vergangenen Wochen berichtet. Bei solch fundamentalen Aufgaben fühlen sich Ärzte oftmals alleine gelassen, denn von den Zuständigen kommt häufig nur ein Schulterzucken.

Trotzdem ist es anerkennenswert, was viele Ärzte schon erbringen. Und ein besonderer Dank gilt den Doctores, die mit ihren Spenden auch das Projekt „Barrierefreie Praxis“ ermöglichen; damit den Betroffenen der Weg zum richtigen Arzt und zur passenden Praxis gewiesen werden kann.

Zeitung lesen, DVDs sehen, CDs hören… ein schöner Job

Dirk A. Loose - Dienstag, 2. Februar 2010 - Keine Kommentare

Der Postbote in unserer Behringstraße hatte in letzter Zeit so einiges zu schleppen.  Am 15.1. war Einsendeschluss für den Publizistik-Preis, und je näher der Termin rückte, desto größer die tägliche Briefkasten-Ladung. Jetzt liegen vor uns: 35 Zeitschriftenartikel, 28 TV-Produktionen, 19 Zeitungsartikel, 18 Radiosendungen, 16 Bücher und 7 Multimedia-Angebote, ein jedes feinsäuberlich verpackt und mit unseren – zugegeben stark formalisierten – Papieren begleitet. Schon auf den ersten Blick schaut dies alles sehr erfreulich aus, wie auch schon jeweils in den Jahren zuvor: Vielversprechende Arbeiten sind wieder dabei, daran habe ich keinen Zweifel. Das Lesen, Anschauen, Anhören und Durchklicken – unsere Beschäftigung der nächsten Wochen – verspricht also ein schöner Job zu werden. Allerdings immer auch zeitraubend.

Aber wer sind eigentlich „wir“? Wer juriert den Publizistik-Preis?

Weil es ja darum geht, die Einsendungen aus zwei verschiedenen Blickwinkeln unter die Lupe zu nehmen – medizinisch wie auch sprachlich-journalistisch – haben wir auch die Jury bunt zusammengesetzt: aus Medizinern und Publizisten.

Ein ärztliches Votum bekommen wir zum Beispiel von meiner Kollegin Dr. med. Jessica Hinteregger-Männel. Sie ist als Allgemeinmedizinerin in Düsseldorf niedergelassen und beschäftigt sich besonders mit Osteopathie und Naturheilverfahren. Fit ist sie aber auch in wirtschaftlichen Themen sowie beim Publizieren selbst: Sie hat lange in einer Unternehmensberatung gearbeitet und ist nebenbei Buchautorin und freie Journalistin. Frau Dr. Hinteregger-Männel sitzt übrigens auch der Fördergemeinschaft der Stiftung Gesundheit vor.

Unser zweiter Mediziner ist Prof. Dr. med. Dr. rer. pol. Konrad Obermann. Mit ihm haben wir zugleich in Doppelqualifikation einen Ökonom an Bord. Obermann wacht als Forschungsleiter der Stiftung Gesundheit regelmäßig über unsere Studien. Wenn er denn mal in Deutschland ist – denn er ist ein wahrer Globetrotter, zuletzt standen Nepal und Khatar, Vietnam und Tansania auf seinem Reiseplan: Sein Job ist, weltweit Regierungen in Fragen des Gesundheitswesens zu beraten.

Und dann beäugen noch vier Journalisten die Einsendungen kritisch: Zum einen Elisabeth Schuster und die Wissen.de-Ressortleiterin Barbara Steiger. Zum anderen zwei Gesichter aus unseren eigenen Reihen: Stiftung Gesundheit-Vorstand Dr. Peter Müller, der selbst seit 25 Jahren Medizinjournalist ist, sowie Verena Wenz, die unsere Veranstaltungen und damit auch die Publizistik-Preis-Vergabe managt. Auch sie ist gelernte Medizin-Redakteurin.

Und ich selbst? Als Vorsitzender des medizinischen Beirats der Stiftung darf ich die Jury leiten – wie auch schon in den letzten Jahren. Ich bin Facharzt für Chirurgie, Gefäßchirurgie und Phlebologie in Hamburg, komme also auch aus der ärztlichen Zunft und werfe medizinisches Fachwissen in den Topf.

Mehrfach schon hatten wir in den vergangenen Jahren dann aber obendrein den Fall, dass zwei, manchmal drei hervorragende Arbeiten zugleich nicht nur preiswürdig waren, sondern mehr noch, die Juroren lange und intensiv diskutierten. Ein oder mehrere Juroren argumentierten hartnäckig für ihre jeweiligen Favoriten. Wir hatten in diesen Fällen dann noch ein, zwei weitere Gutachter um ihr Votum gebeten; Gutachter, die wir entsprechend der Sujets jeweils aktuell ausgewählt hatten. Die Jury  wird also möglicherweise – wenn’s wieder knapp wird bei der Entscheidung, kurz vor Schluss noch verstärkt werden.

Vielleicht klingt es ja ein bisserl durch: Die ganze Sache ist leider sehr zeitaufwändig. Macht aber auch sehr viel Spaß.

Die mobile Welt der Endgeräte

Peter Müller - Dienstag, 26. Januar 2010 - 2 Kommentare

Wer die letzten zehn Jahre auf einer einsamen Insel verbracht hat, dürfte sich über unseren Alltag wundern: Das Internet ist allgegenwärtig, Multifunktionshandys haben den Hund als besten Freund des Menschen abgelöst und ein durchschnittliches Mobiltelefon hat mittlerweile mehr Funktionen als die Armbanduhren von James Bond. Apropos James Bond: Der müsste heute nicht mehr ziellos auf geheimen Inseln herumkrauchen, es hülfe ihm jedes mobile Navigationsgerät der vorigen Generation.

Überhaupt: die Navis. Daran gewöhnt haben wir uns schnell, aber es ist und bleibt unglaublich. Durch Satelliten sind wir über tausende Kilometer hinweg auf wenige Zentimeter genau zu orten. Und auch, wenn ich manches Mal die Augen rolle, wenn die freundliche Telefonstimme meines zugegeben ziemlich alten Navis mich auf der Autobahn auffordert: „wenn möglich bitte wenden“ – meist bringt mich das Navi ans Ziel; zu einem Geschäftstermin, zu einem Bekannten oder zum Arzt.

Damit alle Patienten zu ihren Ärzten finden, haben wir die Arzt-Auskunft, unser Ärzte-Verzeichnis, tauglich für mobile Dienste gemacht. Dank arzt-auskunft.mobi kann jeder mit seinem iPhone, dem Luxus-Navi wie auch anderen mobilen Endgeräten direkt nach Ärzten suchen, entweder anhand der besonderen Fortbildung, Therapieschwerpunkt, nach der Sprechzeit, etwa heute noch nach 18 Uhr, wie auch zum Beispiel auf der Basis der Angaben einer Praxis zur Barrierefreiheit – und sich dorthin navigieren lassen. Die Arzt-Auskunft passt sich an die verschiedenen Bildschirmformate der Endgeräte an. Das hätte mir mal jemand vor zehn Jahren sagen sollen…

Barrierefreie Praxis: Orientierungshilfe statt Dogma

Birgit Pscheidl - Donnerstag, 21. Januar 2010 - Ein Kommentar

Gehörlose oder sehbehinderte Patienten und Rollstuhlfahrer sind darauf angewiesen, dass eine Arztpraxis über bestimmte Ausstattungselemente verfügt. Damit sie stets genau wissen, ob sie die nötigen Bedingungen vorfinden, braucht es eindeutige, sprechende Bezeichnungen und Kategorien für diese Elemente.

In der Arzt-Auskunft haben wir mit dem Projekt “barrierefreie Praxis” entsprechende Kategorien integriert und bieten so präzisere Orientierungshilfe als bisher. Beispielsweise bei der Suche nach einer barrierefreien Arztpraxis oder nach Praxen, bei denen Gehörlose den Termin online oder per Fax vereinbaren können. Dabei geht es nicht um ein “Diktat der Barrierefreiheit”, sondern einfach um eine klare Kennzeichnung und damit Orientierung.

Es bedarf dabei einer klaren Abgrenzung der Begrifflichkeiten, denn “stufenfrei” heißt nun mal, dass keine Stufe zu Praxis überwunden werden muss. Darauf soll sich der Rollstuhlfahrer oder Gehbehinderte dann auch verlassen können. Niemandem ist geholfen, wenn der Patient vor einer angeblich rollstuhlgerechten Praxis steht und die vier kleinen Stufen zum Erdgeschoss schlecht und schon gar nicht ohne Hilfe überwinden kann. Da nützt es auch nichts, wenn es danach in der Praxis selbst keine weiteren Barrieren gibt.

Sicherlich fallen durch solche Normierungen auch Praxen unter die Kategorie “nicht stufenfrei zugänglich”, die eben nur über eine kleine Stufe zu erreichen sind und zu deren Patienten seit Jahren Rollstuhlfahrer gehören. Im Zweifel gelten die eindeutig definierten Kategorien, denn “ein bisschen barrierefrei” gibt es nicht. Klare Definitionen hingegen können viel Frust und auch unnötige Termine vermeiden helfen – und das ist für alle Beteiligten von Vorteil.

Dabei steht außer Frage, dass Praxisangestellte beispielsweise sehbehinderten Patienten bei der Orientierung in der Arztpraxis helfen oder auch bei der Überwindung der einen oder anderen Stufe eine helfende Hand gereicht und so die Behandlung in der Praxis ermöglicht wird. Das ist erfreulich und soll auch so bleiben, aber es bedeutet eben nicht, dass die Praxis barrierefrei ist. Denn Barrierefreiheit heißt nun mal, dass Räumlichkeiten, Medien oder Einrichtungen so angelegt sind, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Einschränkung benutzt werden können und dass sie grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Seh- oder Gehörbehinderte sollen also nicht grundsätzlich in Begleitung ihrer Angehörigen oder Freunde zum Arzt gehen müssen.

Zudem geht es bei der barrierefreien Praxis auch in keiner Weise darum, mit dem Finger auf Praxen zu zeigen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht barrierefrei sind. Auch hier sind die Gründe mannigfaltiger Art: vom denkmalgeschützten Haus, für das die Genehmigung einer Rampe verweigert wird, über fehlende Behindertenparkplätze, da die Praxis in einer Fußgängerzone liegt – und zu guter Letzt den oft erheblichen Kosten für einen umfangreichen Praxisumbau.

Barrierefreiheit ist kein Dogma, sondern dient einzig als Orientierungshilfe. Es geht außerdem darum Barrierefreiheit zu thematisieren und ein Bewusstsein dafür zu schaffen – damit Aussagen wie “das WC ist barrierefrei, aber nicht mit dem Rollstuhl zugängig” niemanden mehr in die Irre tappen lässt.

Qualität gewinnt: Preise für Medizinjournalisten

Verena Wenz - Montag, 11. Januar 2010 - Keine Kommentare

“Wenn etwas leicht zu lesen ist, dann war es schwer zu schreiben”, sagte einmal der spanische Schriftsteller Enrique Jardiel Poncela (1901-1952). Recht hat er, ganz besonders im Hinblick auf den Medizinjournalismus. Wer über Gesundheitsthemen schreibt, muss einen kniffligen Spagat leisten – zwischen einer meist hochkomplexen Materie und einem Laien-Publikum, das nur eines will: verstehen. Krankheiten – Therapien – Gesundheitspolitik. Ohne Fachchinesisch und Ärztelatein, zuverlässig recherchiert und objektiv präsentiert.

Um so besser, dass gelungene Arbeit auch mal belohnt wird; und zwar mit Preisen, Awards und Auszeichnungen verschiedener Vereine und Einrichtungen. Das fängt beim Kollegium der Medizinjournalisten an, das mit “Medizin im Wort” seit 1975 den ältesten der Preise vergibt. Weitere Auszeichnungen verleihen Verbände, Fachgesellschaften und Interessenvereinigungen, Versicherer und Unternehmen.

Ein Ausschnitt aus der Preis-Landschaft:

Wohin man blickt also: Preise über Preise, dotiert bis in den fünfstelligen Bereich – wenn das keine Motivation für guten Journalismus ist. Von Vollständigkeit ist obige Liste weit entfernt, für eine stattliche Übersicht sei jedoch das Stöbern auf Journalistenpreise.de empfohlen.

“25 Prozent auf alles” – In der Medizin aber vermutlich nicht so lange

Peter Müller - Freitag, 8. Januar 2010 - Keine Kommentare

Stimmt, die früheren Werbebeschränkungen für Ärzte sind gefallen. Da freuten sich ein Schönheitschirurg und der Betreiber eines der Arztbewertungs-Startups.

Aber, herrje, da stand dann ganz groß, formatfüllend auf der Seite in dem Portal: “-25% auf alle Schönheits-Operationen. Aktion befristet bis zum 28. Februar 2010.” (Beinahe vermutete ich noch den Hinweis “Außer auf Tiernahrung” – aber das war dann ja doch der gelb-blaue Billig-Baumarkt.)

Nun sind die Werbebeschränkungen für Ärzte gefallen. Das bedeutet aber nicht den Sprung in die Schrankenlosigkeit. Vielmehr gelten immer noch die Spielregeln des Gesetzes gegen Unlauteren Wettbewerb (UWG), die Berufsordnung(en) für Ärzte – und dann gibt es auch noch ein Heilmittelwerbegesetz. Moment, da war noch was… ach ja: Stil.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Werbung, die auch bei wohlwollender Würdigung weniger informierend als vielmehr anpreisend erscheint, hier in Deutschland lange Bestand hat. Vielleicht nicht einmal bis zum 28. Februar.

Projekt “Barrierefreie Praxis”

Hans-Joachim Fuchtel - Dienstag, 5. Januar 2010 - 2 Kommentare

Zum Start des Projekts “Barrierefreie Praxis” der Stiftung Gesundheit – abgebildet in der Arzt-Auskunft - sendet uns Hans-Joachim Fuchtel, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, ein Grußwort:

Allen Menschen einen barrierefreien Zugang zum öffentlichen Raum zu ermöglichen ist ein wichtiges Anliegen dieser Bundesregierung. Wir werden weiter daran arbeiten, vorhandene Hemmnisse Schritt für Schritt abzubauen, um Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zu allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen mit dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft wird dabei die Richtschnur unseres Handelns sein.

Von den Erfolgen beim Abbau von Barrieren profitieren aber nicht nur behinderte, sondern auch kranke und ältere Menschen. Wer freut sich nicht mit Kinderwagen, Einkaufstüten oder einem schweren Koffer bepackt, über den Komfort eines Aufzugs anstelle einer Treppe? Auf den Punkt gebracht: Mehr Barrierefreiheit bedeutet mehr Lebensqualität für viele Menschen in unserem Land.

Der barrierefreie Zugang zu ärztlicher Versorgung, gerade auch zu ambulanten Angeboten, spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Bereits bei der Planung, dem Bau und der Ausstattung einer Praxis sollten die spezifischen Bedürfnisse behinderter Menschen mitberücksichtigt werden. Für die Patientinnen und Patienten kann die Zugänglichkeit einer Praxis ein gewichtiges Argument bei der Auswahl eines Arztes sein, so dass barrierefreie Praxen hier zusätzlich punkten können.

Das gerade gestartete Projekt “Barrierefreie Praxis” der Stiftung Gesundheit ist ein guter Weg, um Ärzte und weitere Leistungserbringer im Gesundheitssystem für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und die zum Teil noch ungenauen Kenntnisse darüber, was Barrierefreiheit konkret bedeutet, gezielt zu fördern. Gleichzeitig schafft das Projekt mehr Transparenz über barrierefreie Behandlungsangebote und erleichtert den Bürgerinnen und Bürgern die gezielte Suche nach solchen Angeboten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt das Projekt fachlich und hofft auf eine große Beteiligung.

Der Stiftung Gesundheit und allen am Projekt “Barrierefreie Praxis” Beteiligten danke ich für ihr Engagement und wünsche dem Projekt großen Zuspruch und gute Ergebnisse.

Hans-Joachim Fuchtel

Allen Menschen einen barrierefreien Zugang zum öffentlichen Raum zu ermöglichen ist ein wichtiges Anliegen dieser Bundesregierung. Wir werden weiter daran arbeiten, vorhandene Hemmnisse Schritt für Schritt abzubauen, um Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zu allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen mit dem Ziel einer inklusiven Gesellschaft wird dabei die Richtschnur unseres Handelns sein.

Von den Erfolgen beim Abbau von Barrieren profitieren aber nicht nur behinderte, sondern auch kranke und ältere Menschen. Wer freut sich nicht mit Kinderwagen, Einkaufstüten oder einem schweren Koffer bepackt, über den Komfort eines Aufzugs anstelle einer Treppe? Auf den Punkt gebracht: Mehr Barrierefreiheit bedeutet mehr Lebensqualität für viele Menschen in unserem Land.

Der barrierefreie Zugang zu ärztlicher Versorgung, gerade auch zu ambulanten Angeboten, spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Bereits bei der Planung, dem Bau und der Ausstattung einer Praxis sollten die spezifischen Bedürfnisse behinderter Menschen mitberücksichtigt werden. Für die Patientinnen und Patienten kann die Zugänglichkeit einer Praxis ein gewichtiges Argument bei der Auswahl eines Arztes sein, so dass barrierefreie Praxen hier zusätzlich punkten können.

Das gerade gestartete Projekt „Barrierefreie Praxis“ der Stiftung Gesundheit ist ein guter Weg, um Ärzte und weitere Leistungserbringer im Gesundheitssystem für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und die zum Teil noch ungenauen Kenntnisse darüber, was Barrierefreiheit konkret bedeutet, gezielt zu fördern. Gleichzeitig schafft das Projekt mehr Transparenz über barrierefreie Behandlungsangebote und erleichtert den Bürgerinnen und Bürgern die gezielte Suche nach solchen Angeboten. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt das Projekt fachlich und hofft auf eine große Beteiligung.

Der Stiftung Gesundheit und allen am Projekt „Barrierefreie Praxis“ Beteiligten danke ich für ihr Engagement und wünsche dem Projekt großen Zuspruch und gute Ergebnisse.

Alles Gute!

Peter Müller - Dienstag, 22. Dezember 2009 - Keine Kommentare

Schon wieder Neujahr. Dabei hätte das alte Jahr noch für Monate gereicht.

Nun denn, das Jahr geht nicht langsam, dafür aber ganz sicher dem Ende entgegen – da wird es Zeit, allen eine frohe Weihnacht und alles Gute für das neue Jahr zu wünschen.

Einen Dank allen, die uns tatkräftig unterstützt und unsere Arbeit begleitet haben – ob mit Lob, mit Konstruktivem wie auch mit Kritik. Wir freuen uns auf das neue Jahr mit zahlreichen neuen und alten Projekten, interessanten und lebhaften Diskussionen und sind gespannt, was es sonst noch so mit sich bringt…

Auf ein fröhliches und erfolgreiches 2010

Ihr Team der Stiftung Gesundheit

eHealth für alle: Barrierefreiheit versus IT

Verena Wenz - Donnerstag, 17. Dezember 2009 - Keine Kommentare

Ganz selbstverständlich nutzt man am laufenden Band die verschiedensten technischen Plattformen. Wenn dann der Computer mal abstürzt oder der Fahrkartenautomat “out of order” ist, raufen wir uns die Haare und schimpfen auf die Technik. Dabei sind das harmlose Sperenzchen. Andere haben beständig gravierendere Probleme mit der Technik. Ein Blinder kann keinen Text auf dem Bildschirm lesen. Bei einer motorischen Beeinträchtigung hilft die normale Computermaus nicht weiter. Für Menschen mit Lernschwierigkeiten erscheinen Websites meist einfach nur als Fachchinesisch. Gerade heute, wo computergestützte Kommunikation immer mehr ins Gesundheitswesen einzieht, Telematik und eHealth in aller Munde sind, dürfen Menschen mit Behinderungen nicht wegen unbedachter Technik-Designs ausgegrenzt werden.

Doch wo Probleme sind – werden Lösungen zumindest eifrig gesucht. Der 29. Dialog eHealth in Hamburg gab einen Überblick über mannigfaltige Initiativen mit einem gemeinsamen Ziel: Gesundheitsdaten barrierefrei zugänglich machen. Menschen mit und ohne Behinderungen, Produktentwickler und Zielgruppe trafen sich, um Ideen vorzustellen, Probleme aufzuspüren und gemeinsam Verbesserungsmöglichkeiten zu finden.

Maussteuerung per Mund

Und zu tun ist viel, das zeigte zum Beispiel der Referent von BIK@work, einem Gemeinschaftsprojekt der deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbände DBSV und DVBS, klipp und klar. Das Projekt wurde ins Leben gerufen, um über die Anforderungen an barrierefreie Webangebote und IT-Anwendungen aufzuklären und so behindertengerechte Arbeitsplätze zu schaffen. Die Liste von zu Beachtendem ist lang, Hürden lauern überall: Menschen mit Sehbehinderungen zum Beispiel sind darauf angewiesen, sich Text mit speziellen Programmen vergrößern zu lassen. Ist der Text dafür nicht angelegt, werden Umbruch und Layout zerstört. Für Blinde gibt es spezielle Screenreader, die Geschriebenes vom Bildschirm ablesen. Doch bei Grafiken (oft wird auch Text als Grafik dargestellt) ohne Erläuterung müssen selbst diese passen – die Information geht verloren. Auf der anderen Seite ist es aber auch beeindruckend, welche Erfindungen Behinderten bereits die PC-Arbeit ermöglichen: von Braillezeilen, die Text in Blindenschrift umwandeln, über griffige Tastaturen für Menschen mit Sehbehinderungen bis hin zum Cursor, der mit dem Mund bewegt werden kann.

Das Portal Einfach-teilhaben.de des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat viele der Leitlinien zur Barrierefreiheit bereits umgesetzt. Die Webseite ging im Sommer 2009 an den Start, um Menschen mit Behinderungen Hilfe in verschiedenen Lebenslagen zu bieten. Diese Hilfe gibt es zum Beispiel nicht nur in der “Alltagssprache”. Menschen mit kognitiven Schwächen können sich per Button zu “Leichter Sprache” klicken. Getüftelt wird darüber hinaus an einem Avatar, der Schrift automatisch in Gebärdensprache übersetzt. Warum? Für Gehörlose ist unsere Sprache, selbst in geschriebener Form, wie eine Fremdsprache gegenüber der im Alltag verwendeten Gebärdensprache.

Barrierefreiheit – ein großes Thema auch für die Entwickler der elektronischen Gesundheitskarte. Versicherte sollen künftig an eKiosken ihre gespeicherten Daten verwalten können – doch was hilft das, wenn der Service Menschen mit Behinderungen unzugänglich ist? Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) lud Gäste explizit dazu ein, einen eKiosk zu testen – mit aller notwendigen Kritik.

Ein schönes Gefühl, in einem solch beflügelnden, dialogreichen Umfeld auch unser eigenes Projekt Barrierefreie Praxis vorstellen zu können.

Arbeit, die sich lohnt

Alles in allem hat das Treffen uns noch einmal mehr gezeigt: Mit der Barrierefreiheit ist es wie mit der Kunst, von der Karl Valentin uns sagte, dass sie viel Arbeit macht. Sehr viel Arbeit. Arbeit, die sich aber lohnt. Denn nur so können Menschen mit Beeinträchtigungen ein selbstbestimmtes Leben führen.

Mehr Blogartikel zum Thema “Barrierefreie Praxis”

Allgegenwärtige Arzt-Auskunft

Birgit Kedrowitsch - Freitag, 11. Dezember 2009 - Keine Kommentare

Natürlich darf man auf seine Arbeit stolz sein. Auf die Frage, was denn so besonderes an der Arzt-Auskunft ist, antworte ich zuerst: Die Masse und Qualität der Informationen. So gut, dass sogar Google höchstpersönlich unsere Adresssätze benutzt, damit man in Google Maps alle deutschen Arztpraxen finden kann. Und es ist nicht einfach, Google zu überzeugen. Gleiches gilt für die Bundesregierung: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nutzt die Arzt-Auskunft auf seinem Portal www.einfach-teilhaben.de.

Aber eigentlich geht es mir um den zweiten Punkt, der die Arzt-Auskunft auszeichnet: Sie ist allgegenwärtig. Nicht nur, weil viele Menschen das Portal www.arzt-auskunft.de besuchen, sondern weil viele andere Anbieter von Gesundheitsinformationen und Gesundheitsdienstleistungen unsere Arztsuche in ihre Webseiten einbeziehen, um ihren Kunden einen weiteren guten Service bieten zu können. Wenn Sie also auf den Gesundheitsseiten von www.stern.de oder den großen Gesundheitsportalen NetDoktor, Onmeda oder Apotheken-Umschau die Arztsuche benutzen, dann sind Sie bei der Arzt-Auskunft – auch wenn man es oft auf den ersten Blick nicht gleich erkennt.

Gleiches gilt für viele Arztsuchangebote auf den Webseiten von Krankenversicherern: Die Arzt-Auskunft liefert die Ergebnisse. Und auch für gemeinnützige Partner ist die Arzt-Auskunft da – man findet sie etwa bei der Deutschen Schlaganfallhilfe. Eine Liste aller Partner, die im Internet unsere Arztsuche eingebunden haben, finden Sie hier.

Eindrucksvoll, nicht wahr? Alles in allem gehen im Jahr zehn Millionen Suchanfragen über unsere Server – die große Masse kommt via Google, Stern und andere Partner mit ihren Millionen von Nutzern. Sie alle bekommen ihre Angaben von uns. Und darauf kann man schon stolz sein.